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Inklusive telefonischer Erstberatung durch einen Rechtsanwalt….

.....so lautet eine Aussage in einem TV-Werbespot einer in Düsseldorf ansässigen Rechtsschutzversicherung. Dieser Gesellschaft ist es natürlich wie jedem Gewerbetreibenden nicht zu verdenken, mit ihren Leistungen zu werben.



Was ist indessen –so fragen wir uns- so interessant daran, wenn eine Rechtsschutzversicherung mitteilt, in der Prämie des Kunden sei die Möglichkeit einer unentgeltlichen telefonischen Erstberatung durch einen Rechtsanwalt ein so gutes Angebot, daß verstärkt –dies ist schließlich Sinn der Werbung- Rechtsschutzversicherungsverträge abgeschlossen werden?



Wir haben hier eine Weile überlegt, denn schließlich enthält jeder Rechtschutzversicherungsvertrag die Möglichkeit –wenn man einmal von Einschränkungen in den Allgemeinen Rechtsschutzversicherungsbedingungen der Gesellschaften absieht- eine Erstberatung –und natürlich auch eine weitergehende Tätigkeit- durch Rechtsanwälte in Anspruch zu nehmen, mit der Maßgabe, daß die entstehenden Kosten von der Rechtsschutzversicherung getragen werden.



Zu welchem Zweck also erfolgt der Hinweis auf die „unentgeltliche telefonische Erstberatung durch einen Rechtsanwalt“? Nach einigem Nachdenken wird klar, worum es geht. Natürlich soll der telefonisch kontaktierte Rechtsanwalt nicht aus irgendeiner Rechtsanwaltskanzlei stammen, sondern ein Vertragsanwalt der Rechtsschutz¬versicherung, wenn nicht sogar hier angestellt. Wir lassen an dieser Stelle einmal dahinstehen, ob durch die Werbung der Rechtsschutzversicherung der –unzutreffende- Eindruck entsteht, der Versicherungsnehmer habe nicht die Möglichkeit der freien Anwaltswahl, sondern sei gewissermaßen verpflichtet den Vertragsanwalt oder Angestellten der Rechtsschutzversicherung anzurufen.



Wir wissen indes, daß ein wirklich unabhängiger Rechtsanwalt nur und ausschließlich die Interessen seines Mandanten im Auge hat. Wenn das Vorhaben des Mandanten in rechtlicher Hinsicht vertretbar ist, d. h. seine Wünsche in rechtlicher Hinsicht eine gewisse Aussicht auf Erfolg haben, wird er dazu raten, den Weg ihrer Durchsetzung zu beschreiten.



Da nun aber leider möglicherweise am Ende dieses Weges doch kein wirtschaftlicher Erfolg, insbesondere keine Kostenerstattung durch die im Einzelfall in Anspruch genommene „Gegenseite“ möglicherweise steht, besteht unserer Auffassung nach die Gefahr, daß ein mit der Rechtsschutzversicherung wirtschaftlich verbundener Anwalt mit seinen Ratschlägen jedenfalls dann recht zurückhaltend sein wird, wenn das hierdurch ausgelöste Risiko für die Rechtsschutzversicherung eher größer ist.



Leider machen wir die Erfahrung, daß immer weniger Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit entsprechender Zusammenhänge zwischen einer auch nur gewissen wirtschaftlichen Abhängigkeit und dem Ergebnis einer Beratung durchschauen können. Wir können Ihnen daher nicht raten, den sog. Vertragsanwalt der Rechtsschutzversicherung in Anspruch zu nehmen, da nach hiesiger Auffassung nicht ausgeschlossen ist, daß andere Überlegungen als ausschließlich die Wünsche seiner Mandanten seinen Rat beeinflussen.



Wir empfehlen Ihnen daher, dem angesprochenen Werbespot buchstäblich kein Gehör zu schenken und von Rechtsschutzversicherungen unabhängige Rechtsanwälte ausschließlich in Anspruch zu nehmen, denn nur dies garantiert eine unabhängige, ausschließlich an Ihren Interessen ausgerichtete Beratung und Vertretung.





Düsseldorf, den 05.05.2006



Andras Reök

Ion Makris





     

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