News-Archiv
Aktuelle Urteile und Gesetze

[ zurück zur News-Übersicht ]

Vertragsbeendigung wegen Körperfülle

Der mit einer Krankenschwester bestehende befristete Arbeitsvertrag wurde vom Arbeitgeber nicht verlängert: Die Arbeitnehmerin führte dies auf ihr hohes Übergewicht zurück. Sie sah sich durch die Entscheidung des Arbeitgebers diskriminiert und zog vor Gericht.

Das Arbeitsgericht Marburg entschied, dass eine Diskriminierung wegen des Körpergewichts eines Arbeitnehmers keinen Weiterbeschäftigungsanspruch, sondern allenfalls einen Schadensersatz- bzw. Schmerzensgeld- anspruch wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung auslösen könne. Voraussetzung hierfür sei die Darlegung und gegebenenfalls der Nachweis eines Ursachenzusammenhangs zwischen der Persönlichkeitsrechts- verletzung und der Nichtverlängerung des Arbeitsvertrages. Die Arbeitsrichter bemerkten in ihrer Entscheidung, dass eine Krankenschwester nicht die "Figur einer Tänzerin" benötige; sie räumten jedoch ein, dass Übergewicht oder Körperumfang im Einzelfall aufgrund arbeitstechnischer oder medizinischer Erwägungen ein Ablehnungsgrund für die Weiterbeschäftigung sein könne, ohne dass darin eine Persönlichkeitsrechtsverletzung zu sehen sei.

Urteil des Arbeitsgerichts Marburg vom 13.02.1998
2 T a 482/97


Düsseldorf, im Oktober 1999


     

© 1998-2017 Rechtsanwälte Makris und Reök, Goltsteinstr. 22, 40211 Düsseldorf,
Telefon: +49 (0) 211 173350, Telefax: +49 (0) 211 1733520