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Inline-Skates sind Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung

Nach einem Urteil des OLG Oldenburg vom 15.08.2000 (AZ: 9 U 71/99) können Inline-Skates nicht als "ähnliches Fortbewegungsmittel" im Sinne von § 24 StVO angesehen werden. Vielmehr stellen Inline-Skates Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung dar, mit der Konsequenz, daß gem. § 2 StVO Inline-Skater außerhalb geschlossener Ortschaften am rechten Fahrbahnrand laufen müssen. Die Benutzung des linken Fahrbahnrandes außerhalb geschlossener Ortschaften ist Inline-Skatern nicht erlaubt. Diese Regelung des § 25 StVO gilt nur für Fußgänger, wenn diesen außerhalb geschlossener Ortschaften die Benutzung des linken Fahrbahnrandes zumutbar ist.

Im vorliegenden Fall fuhr eine Inline-Skaterin am linken Fahrbahnrand und kollidierte mit einem ihr entgegenkommenden Fahrzeug.

Das Gericht hat in seinen Entscheidungsgründen ausgeführt, daß die Inline-Skaterin die linke Fahrbahn nicht hätte benutzen dürfen. Denn Inline-Skates sind keine ähnlichen Fortbewegungsmittel im Sinne von § 24 StVO, sondern als Fahrzeuge im Sinne der Straßenverkehrsordnung einzustufen. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn Inline-Skates im gemeinsamen Verkehr mit Fußgängern im Schritt-Tempo gefahren werden.

Inline-Skates sind daher nicht als besondere Fortbewegungsmittel einzustufen, denn dies hätte zur Konsequenz, daß die Inanspruchnahme der Sonderregeln für Fortbewegungsmittel, die typischerweise langsam fahren, bei Inline-Skates zum einen die Fußgänger gefährden würde, wenn auf Fußgängerüberwegen Inline-Skater fahren dürften und außerorts zu dem Inline-Skater, welche auf der linken Fahrbahn fahren würden, sich selbst, Fußgänger und den entgegenkommenden Verkehr gefährden würden.

Demzufolge müssen Inline-Skater außerhalb geschlossener Ortschaften am rechten Fahrbahnrand laufen.

Im vorliegenden Fall traf daher die Inline-Skaterin ein Verschulden wegen der Wahl der linken Fahrbahn.

OLG Oldenburg, Urteil vom 15.08.2000, AZ: 9 U 71/99


     

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